Wie Du Deine Vibes anhebst – und wieso das kein Spiri-Quatsch ist

Viele Jahre lange hat es mich irritiert und auch geärgert, wenn mir in der Yogastunde oder auch sonst jemand nahelegte, meine „Schwingung zu erhöhen“ oder die „Vibes anzuheben“. Ich hörte das als Aufforderung, etwas an mir zu ändern auf das ich keinen Zugriff hatte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Und ich verstand es als Kritik, die ich nicht nachvollziehen konnte. Ja, ich fühlte mich nicht gut, ärgerte mich oder verglich mich mit anderen. Nur, wie sollte ich das einfach abstellen und „in Liebe sein“ und auf einmal hohe Vibes haben? Klar, ich verstand, dass das ein anziehender Zustand war. Aber wie sollte ich dahin kommen? Mein Ressentiment, meine Wut und Traurigkeit fühlten sich so echt an.

Heute geht es mir anders, ich kann jedoch kaum genau sagen, was genau dazu geführt hat: Viel Kundalini-Yoga und – Meditation, sowie vor allem auch eine Entscheidung für hohe Vibes. Ich mag mich und mein Leben und nehme es meistens nicht mehr ganz so persönlich, wenn Menschen mich angreifen, kritisieren, übersehen oder falsch verstehen. Menschen tun immer ihr Bestes und teilen mir mit ihren Äußerungen vor allem mit, wo sie mit sich stehen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich schreibe diesen Artikel nicht um zu posaunen, dass ich es weit geschafft habe, sondern, weil ich mich erinnere, wie es war, als ich selbst alles, was ich erlebte, persönlich nahm und mich wahnsinnig über die Aussage ärgerte, ich sollte einfach meine Schwingung anheben. Ich möchte eine Brücke schlagen: Zum Einen für das Verständnis, dass es möglich ist, aus alten Geschichten, destruktiven Gefühlen und Gedanken auszusteigen. Zum Anderen möchte ich die Prinzipien beleuchten, nach denen Schwingung von Gefühlen funktioniert und für einen sehr achtsamen Sprachgebrauch damit plädieren. Zudem nenne ich konkrete Taktiken, mit der Du Deine Vibes in nahezu jedem Moment anheben kannst.

Wieso Du Vibes – Schwingung – anheben kannst

Unterschiedliche Emotionen und Gefühle schwingen unterschiedlich: Liebe schwingt höher als Angst, Dankbarkeit höher als Ärger. Wenn Du etwas in Deiner Umgebung änderst, kann das auf Deine Gefühle wirken. Auch, wenn Du die Gefühls-Energie im Körper in Bewegung bringst, kann sich etwas ändern.

Der Wissenschaftler und spirituelle Autor Dr. David R. Hawkins hat eine beeindruckende Landkarte von Bewusstsein erstellt und gezeigt, dass Gefühle wie Scham, Schuld, Ärger, Ressentiment, Trauer, Enttäuschung, Nachtragen, Fordern, Stolz, Wut, Rache, aber sogar auch Indifferenz uns in Zuständen von Anstrengung halten, in der wir Kraft aufbringen müssen, in der Welt zu navigieren und unsere Ziele umzusetzen. Sobald wir einen Zustand von Neutralität annehmen – der bekanntermaßen besonders mit Meditation erreicht werden kann – können Gefühle wie Akzeptanz, Bereitschaft, Hoffnung, Inspiration entstehen, mit denen wir uns bereits an eine universelle Kraft andocken, mit der wir nicht mehr alles alleine machen müssen. Dann gilt: „The Force is with us“. Je mehr wir uns in diesem Spektrum bewegen, desto sinnerfüllter kann unser Leben werden, weil wir sehen, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert, und Herausforderungen nichts gegen uns sind, sondern uns vielmehr auffordern, zu wachsen. So kannst Du Situationen, die Du früher als schwierig wahrgenommen hast, auf einmal als freudvoll und erleben, weil sich damit etwas Neues für Dich zeigt und entfaltet.

Wie Du Vibes – Schwingung – anhebst

1. Den Körper bewegen und dabei tief atmen

Yoga und Sport wirken besonders dann positiv, wenn Du dabei bewusst und tief durch die Nase atmest. Wenn nicht, kann es den Körper auch in Stresszustände versetzen oder diese verstärken. Besonders Freies Tanzen und Bewegen (nicht-lineare Bewegungen) sind sehr kraftvoll. Sehr hilfreich ist dabei Musik.
Ein Gefühl dauert laut wissenschaftlicher Studien nicht länger als 90 Sekunden. In dieser Zeit kannst Du es spüren und erleben, wie es sich durch den Körper bewegt und wieder abebbt. Dann ist vielleicht ein neues Gefühl da. Du hast also alle 90 Sekunden die Chance auf ein neues Gefühl – sofern Du nicht mit dem Kopf an ihm festhältst, indem Du eine Geschichte kreierst. Du kannst Dich also alle 90 Sekunden besser fühlen. Was viele von uns machen, ist jedoch, in alten Geschichten – oft mit Verletzungen und Schuldzuweisungen – steckenzubleiben anstatt weiterzuziehen.
Wichtig ist hier, nicht in eine New-Age-Terminologie zu verfallen, die suggeriert, dass man alle schweren Gefühle einfach wegwischen könnte. Oft haben wir Reste von Traumata in unseren Zellen, die lassen sich verstoffwechseln und langfristig lösen, das ist jedoch ein anderes Thema.

2. Pranayama

Der pranische Körper ist unmittelbar mit unserem mentalen Körper verbunden. Wenn wir mehr Prana – Lebenskraft – in unser System bringen, ändern sich auch unsere Gedanken. Sehr kraftvoll ist der Feueratem aus dem Kundalini-Yoga: Ein gleichmäßiger Ein und Ausatem durch die Nase, für 3 Minuten. Damit putzt Du niedrige Vibes raus. Nadi Shodana beruhigt das Nervensystem. Langes, tiefes Atmen durch das rechte Nasenloch aktiviert, durch das linke Nasenloch klärt es und reduziert Stress.

3. Meditation

Je mehr wir im Hier und Jetzt landen, desto weniger Chancen haben Gedankenschleifen. Mit stiller Meditation verdaust Du Erfahrungen und Gedanken auf mentaler Ebene und wirkst damit unmittelbar auf Deine Gefühle ein, die danach höher schwingen können.

4. Hoch schwingende Nahrungsmittel

Ökologisch angebautes Obst und Gemüse schwingt hoch. Sehr hoch schwingen Weizengras, Spirulina und andere Algen, rohe Schokolade, Zitronen und Limetten. Fleisch gilt als „tot“ und ist daher sehr schwer, ebenso wie verarbeitete Nahrungsmittel. Andere tierische Produkte sind ein Mittelding. Experimentiere und entwickle ein Gespür dafür, was wie auf Dich wirkt und wie Du Dich nach dem Essen von welchen Nahrungsmitteln im Körper fühlst. Ein sehr einfaches pflanzliches Gericht ist Kitchari.

6. Giftstoffe meiden

Ja, Alkohol ist ein Gift, der die Schwingung senkt, auch wenn es erst gegenteilig erscheinen mag. Auch Pharmazeutika enthalten Giftstoffe, schau hier auf den Beipackzettel. Je weniger Gift in Deinem Körper, desto klarer wirst Du Dich fühlen und desto leichter wird es Dir fallen, hoch zu schwingen. Zur Ausscheidung von Giftstoffen, auch solchen, die sowieso in der Umwelt sind: Viel Wasser und Kräutertees trinken. Ich liebe levitiertes Trinkwasser, das für wenig Geld nach Hause geliefert wird.

7. Aufräumen, Ausmisten und Dich mit Schönheit umgeben

Je weniger alte Energie und Gerümpel in Deinen Räumen, desto klarer wirst Du sein. Und je freier die Oberflächen und klarer es in den Schränken ist, desto freudvoller und leichter wirst Du Dich im Hier und Jetzt fühlen. Umgib Dich mit Dingen, die Dich inspirieren und erfreuen. Kleide Dich so, dass Du Dich schön findest. Blumen öffnen das Herz und sind Balsam für die Seele.

8. Zeit in der Natur

Natur erdet uns und verbindet uns mit dem, was wir wirklich sind. Gerade auch Zeit außerhalb von elektromagnetischen Feldern wirkt sehr klärend und heilsam. Barfuß auf der Erde laufen erdet und rekalibriert das System, schwimmen in natürlichen Gewässern wirkt sehr klärend.

9. Positiv schwingender Input: Filme, Bücher, Musik

Was für Medien konsumierst Du? Achte darauf, wie Du Dich nach Social Media, Filmen, Nachrichten und Musik fühlst. Inspiriert? Oder traurig, aufgeregt, deprimiert, kontrahiert? Auch Text in Musik wirkt! Ich liebe Mantra-Musik, die im Raum eine positive Schwingung kreiert und Gedankenschleifen gar nicht erst entstehen lässt. Meine aktuellen Favoriten sind die Tracks von Sunni.ai, sie nutzen zudem die Solfeggio-Frequenz 528 Hz, welche die Schwingung von Liebe kreieren und verstärken soll. Ich lasse Mantren gern im Hintergrund in der Wohnung laufen – auch wenn keiner da ist – oder über Nacht im Schlafzimmer: bestes Mittel gegen schlechte Träume.

10. Dich mit hoch schwingenden Menschen umgeben

Ziehen Dein Umfeld und Deine Beziehungen Dich runter oder glauben die Menschen an Dich, inspirieren Dich und sind Vorbilder für Dich? Wenn Du selbst auf einer höheren Frequenz schwingen möchtest, reduziere die Zeit, die Du mit Menschen verbringst, die in Opfer-Täter-Schleifen festhängen oder viel über andere reden. Wahrscheinlich kannst Du ihnen nicht helfen.

11. Dich auf Liebe ausrichten

Dankbarkeit, Liebe und Großzügigkeit schwingen hoch und Du kannst Dich in jedem Moment neu dazu entscheiden. Aus Konflikten steigst Du aus, indem Du anderen vergibst und nach vorn schaust. Beobachte Deine Gedanken und bringe Dich zurück zu Liebe, Dankbarkeit und Großzügigkeit. So kannst Du Kostbares aus unangenehmen Erfahrungen bergen. Fake it till you make it! Bereits die Intention zu hohen Vibes verändert die Schwingung.

Wie wir auf dem Weg dorthin miteinander umgehen können

Mir ist wichtig, dass wir uns gegenseitig ernst nehmen in Schmerzen und schwierigen Gefühlen, die da sind. Es hilft wenig, zu hören, man solle „einfach mal höher schwingen“ und genau das löst häufig als Gegenreaktion ein Verhärten aus. Insgesamt halte ich es für wenig sinnvoll, ungefragt Rat zu geben. Stattdessen können wir Mitgefühl miteinander üben, jede/n dort sehen, wo sie oder er steht und respektieren. Wenn es schwierig mit bestimmten Menschen mit „niedrigen Vibes“ wird, hilft Abstand. Dann geht es nicht darum, wer recht hat und wer nicht, sondern darum, dass man den Konflikt und die eventuelle Koabhängigkeits-Dynamik entschärft, indem sich jeder erst einmal um sich selbst kümmert. Was wir aktiv tun können, ist, die eigene Schwingung anzuheben, immer mehr und immer wieder. Dann werden im besten Fall irgendwann Menschen, mit denen es früher schwierig war, auf uns zu kommen. Und wenn nicht, auch ok. Du kannst andere Menschen nicht ändern, jedoch Dich – und das ist schon ganz schön viel!